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September 2010/1
Hallo Mallorca-Fans,
jeder Besucher, der häufiger nach Mallorca kommt, entwickelt eine Vorliebe für bestimmte Regionen auf der Insel. Viele schätzen z.B. die Playa de Palma wegen ihrer guten Infrastruktur und der Nähe zur Inselhauptstadt. Anderen ist diese Zone zu geschäftig, weshalb sie sich lieber auf eine Hotelfinca im Inselinneren zurückziehen, wenn man es sich denn leisten kann. Die Verteilungskarte der Hotelbetten auf Mallorca spricht eine ganz deutliche Sprache: Es gibt drei Zentren auf der Insel, in denen sich die touristischen Unterkünfte ballen. Klarer Spitzenreiter ist dabei die oben bereits erwähnte Playa de Palma zusammen mit der Südwestküste bis nach Camp de Mar. An zweiter Stelle folgt die gesamte Ostküste von Cala Ratjada im Norden bis Colonia Sant Jordi im Süden. Den dritten Rang nimmt mit einigem Abstand der Norden von Port de Pollenca über Port de Alcudia bis nach Can Picafort ein. Alle anderen Bereiche, vor allem im Inselinneren, fallen dagegen statistisch kaum ins Gewicht. Auch eine Aufteilung nach Nationalitäten hat sich über die Jahre traditionell herausgebildet. Dabei gehen sich die beiden größten Besuchergruppen Briten und Deutsche innerhalb der Touristenzentren meist konsequent aus dem Weg, was auch durch die mehr oder weniger exklusiven Verträge der Hotels mit den jeweiligen Reise-Veranstaltern beider Nationen zusammenhängt. So unterschiedlich wie diese geografischen Zonen der Baleareninsel sind auch die Interessen und Bedürfnisse ihrer Besucher. Über fünf Jahrzehnte gelebte (Massen-)Tourismuspraxis haben hier klare Spuren auf Mallorca hinterlassen. Eingefleischte Ostküstenfans mit Standort Cala Ratjada oder Cala Millor würden normalerweise nie ihren Urlaub in Paguera oder Port de Soller buchen. Andererseits käme kaum ein Stammgast in Pollenca auf die Idee, seine kostbaren Urlaubstage in einem Hotel in Cala d'Or zu "verschwenden". Mallorca ist eben bei weitem nicht Mallorca! Dazu hat jeder Stammgast seine eindeutige, unerschütterliche Meinung.
Verrückt nach einem Fisch namens Raor Die Jagd auf den Schermesserfisch hat begonnen. Viele Mallorquiner fahren in den ersten Septembertagen mit ihren Booten aufs Meer, um den bedrohten Fisch zu angeln. Dort, wo sonst ein Fischerboot unterwegs ist, werden an Wochenenden im September hunderte von Booten zu sehen sein. Weil der Schermesserfisch, der auf Mallorca RAOR heißt, in Küstennähe lebt, lässt sich von Land aus beobachten, wie der Fisch gefangen wird. Der Raor schmeckt den Mallorquinern so gut, dass sie ihn fast ausgerottet hätten. Um seinen Bestand zu sichern, darf der Fisch inzwischen nur noch vom 1. September bis zum 31. Mai gefangen werden. "Seit zehn Jahren schützen wir den Raor", sagt Toni Garau, der als Leiter der Abteilung Meeresressourcen beim Balearen-Ministerium für Landwirtschaft und Fischfang beschäftigt ist. "Bevor es die Schonzeit gab, war der Fisch durchschnittlich nur 12 Zentimeter lang. Jetzt hat er ein Mittel von 15 Zentimetern." Seit Menschengedenken zählt der Raor zu den Leibspeisen der Mallorquiner. Auf den Fischmärkten der Balearen kostet der Schermesserfisch heute zehn Mal so viel wie ähnlicher Speisefisch, während ihn die Fischer in anderen Gegenden Spaniens als lästigen Beifang zurück ins Meer werfen. (hi, reisebuch.de)
RCD Mallorca gelingt kleine Sensation Beim Saisonauftakt der Primera Division konnte Real Mallorca gegen Real Madrid für eine kleine Sensation sorgen. Die beiden "Königlichen" trennten sich letzten Sonntag im Stadion von Palma mit einem 0:0 Unentschieden. Die beiden Neuzugänge Mesut Özil und Sami Khedira, die erst in der zweiten Hälfte bei Real Madrid eingewechselt wurden, präsentierten sich zwar mit guten Torchancen, konnten den mallorquinischen Schlussmann jedoch genauso wenig überwinden wie Sergio Canales und der Superstar Cristiano Ronaldo. Während dieses torlose Unentschieden für den krisengeschüttelten RCD Mallorca ein erfolgreicher Start in die neue Saison war, reiste der spanische Rekordmeister als Tabellenachter zurück nach Madrid. Der FC Barcelona, Erzrivale im Kampf um den Meistertitel, konnte hingegen mit einem deutlichen 3:0 bei Racing Santander überzeugen. Aufgrund der anstehenden EM-Qualifikationsspiele findet der 2. Spieltag erst am 12. September statt. Dann trifft Real Mallorca auf den aktuellen Tabellenletzten Sporting Gijón, die am Montag deutlich mit 4:0 gegen Atlético Madrid verloren. (mallorca.de)
Zahlreiche Waldbrände auf Mallorca Nach einer bisher sehr ruhig verlaufenden Saison musste die Feuerwehr in der letzten Woche zu mehreren Waldbränden auf Mallorca ausrücken. Bei den Bränden, deren Schwerpunkt in der Region zwischen Manacor und Can Picafort lag, verbrannten etwa 200 ha Wald. Im langjährigen Jahresmittel ist dieses für Mallorca kein ungewöhnlicher Wert. Die Brände, deren Ursache noch nicht eindeutig geklärt ist, waren schnell unter Kontrolle. Durch den trockenen August ist die Waldbrandgefahr auf Mallorca nach wie vor sehr hoch. Neben natürlichen Ursachen kommt es immer wieder in Folge von Unachtsamkeit zu Wald- und Flächenbränden. Weggeworfene Zigarettenstummel oder Glasflaschen sowie offenes Feuer am Waldrand sind die Hauptursachen der Waldbrände im Sommer. Immer wieder kommt es aber auch zu gezielten Brandstiftungen, hinter denen neben Immobilienspekulanten auch Jäger und Landwirte vermutet werden. Da die Feuerwehr inzwischen über gute technische Mittel verfügt, um Waldbrände zu löschen, konnten in den letzten Jahren die Folgen von Waldbränden auf den Inseln deutlich reduziert werden. So stehen mehrere hundert Beobachter zu Verfügung, um mögliche Waldbrandgefahren zu erkennen. Seit einigen Jahren werden zudem Computersimulationen zur Vorhersage der Waldbrandgefahren und - sollte es bereits zu einem Band gekommen sein - zur möglichen Brandentwicklung eingesetzt. (mallorca.de)
Olivenöl aus Mallorcas ausgezeichnet Schon seit Jahren wird das mallorquinische Olivenöl von Köchen und Gourmets hochgelobt. Neben den immer zahlreicher (und besser) werdenden Winzern sorgen auch Olivenbauern für mehr Qualität als Quantität. Zudem können sie so auch höherer Preise für ihre Öle erzielen. Drei von ihnen wurden nun von der deutschen Zeitschrift "Der Feinschmecker" unter die besten Olivenöle der Welt gewählt. Die Öle mit der Bezeichnung "Denominación de Origen", die für die geschützte Herkunftsbezeichnung steht und als mallorquinisches Gütesiegel verwendet wird, stammen von der Firma Ca'n Reyes, vom Predio Jornets bei Inca und von der Finca Es Verger bei Esporles, dessen Öl als Bio-Öl angebaut und vertrieben wird. Preislich unterscheiden sich die ausgezeichneten Olivenöle deutlich. Zwischen 10 und 25 Euro werden für die Halbliter-Flasche verlangt. Erhältlich sind die Öle direkt beim Hersteller, in den Fachgeschäften auf Mallorca oder im Internet. U.a. im Spezialitätenshop unter http://mallorca.de/shop/spezialitaeten/ (mallorca.de)
Anhaltende Sommerwetterlage auf Mallorca Der August hat sich mit Temperaturen um die 30°C und Sonnenschein von Mallorca verabschiedet. Auch wenn die letzten Augusttage schon deutlich kühler waren als sie es noch zu Beginn der letzten Woche waren, so kann der vergangene Monat eine gute Sonnen- und Temperaturbilanz aufweisen. (mallorca.de) =================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 20) =================================================== von Elke Menzel
Am Nachmittag hat Toni fertig gemalt - unser Wohnraum erstrahlt in neuem Glanz - alle Altersflecken sind verschwunden!
Ich werde unruhig und rufe die Schmiede an. Ja, die Fenster seien soweit fertig - nur, sie hätten zurzeit in Palma zu tun und sie wüssten deshalb nicht, ob sie es mañana schaffen würden, zu mir zu kommen. Ob es mir denn auch noch abends um 19 Uhr passen würde? Ich bin es zufrieden, was bleibt mir anderes übrig?, und voller Hoffnung. Also nur noch eine weitere Nacht mit Gerüst vor zwei offenen Fensterlöchern. Ratten und Einbrecher haben leichtes Spiel, mein Schutzengel immer noch viel zu tun!
Donnerstag, 28. Mai Sieben messbechergroße rein weiße Regenkaktusblüten haben sich geöffnet und verströmen einen betörenden Duft - es weht ein sehr kräftiger Wind! Tomeu und Salvador, die Elektriker, sind kurz nach halb neun da. Sofort legen sie los und trepanieren mit einem meterlangen Bohrer eine siebzig Zentimeter dicke Wand für die Steckdosen und die Telefonbuchse. Wieviel Dreck sie dabei machen, brauche ich ja wohl nicht weiter ausführen, oder? Um neun ist dann erst einmal wieder Brotzeit, merienda, und sie gesellen sich zu Toni und Magu unter die Steineiche. Danach suchen sie eine Stunde lang mit wachsender Verzweiflung nach dem Leerrohr für das Telefonkabel. Salvador erinnert sich nicht mehr, wo er es vor fast zwanzig Jahren verlegt hat. Zum Glück finden sie es und ziehen das Kabel durch ein schwarzes Kunststoffrohr, das unter dem gefliesten Fußboden diagonal durchs Haus verläuft. Gracias a Dios!, keine Wand muss geschlitzt werden, keine hässlichen Kabel laufen an den Wänden entlang! Aber der Sturm verteilt den Bohrstaub bis in die letzte, noch halbwegs saubere Ecke.
Am Nachmittag sind die Elektriker fertig. Tomeu hat mir in eine alte Dachziegel zwei feine Löcher gebohrt und einen dünnen Kupferdraht aus einem Elektrokabel als fast unsichtbare Haltevorrichtung in eine nun typisch mediterrane und nichts kostende Wandleuchte gebastelt. Auch die beiden anderen Lampen sind angebracht. Ich beginne, ein am weitesten vom Dreck entferntes Möbelstück abzustauben und dann mit liquid einzureiben. Es gibt nämlich eigentlich nur zwei ernsthafte Plagen auf Mallorca, wie mir jeder Einheimische immer wieder versichert: die Feuchtigkeit und die Holzwürmer! Die erstere muss man als gottgegeben hinnehmen, gegen letztere muss man regelmäßig die Möbel (und auch das hölzerne Dachgebälk) mit einer Tinktur abwischen, die die Übeltäter vertreiben hilft. Am besten im Frühjahr, denn dann würden die kleinen gelblichbraunen, nur bis zu fünf Millimeter langen Pochkäfer sich geeignete Möbel für die Eiablage aussuchen. Die allermeisten Holzarten sind für sie wie gemacht. Die geschlüpften Larven sind dann die knispernden gefräßigen Holzwürmer, die auch unter dem Namen Totenuhr bekannt sind. Wie ich die Lage einschätze, leben unter den tausendfünfhundert bekannten Arten mindestens die Hälfte hier auf Mallorca. Die Ferrers sind nicht gekommen! Am Spätnachmittag setze ich mich müde in den Halbschatten der Dattelpalme. Der Wind hat zugenommen. Vielleicht kommen die Schmiedebrüder ja noch? Es ist noch lange hell.
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=================================================== Veranstaltungstipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (alle Angaben ohne Gewähr)
Jazz Festival Alcúdia Five in Orbit Ramon Fossati, Oliver Brandily, Lautrent Bronner, Nicolas Ragueau und Luc Isenman Auditorium Alcúdia 04. September 2010 Karten ab 12 Euro
Segelregatta Rei Jaume Salou (Tarragona) - Santa Ponça (Mallorca) - Calvià 09. bis 11. September 2010
Vuelta Internacional Nocturna a Mallorca Nächtliche Mallorca-Rundfahrt auf Motorrädern. Mit Stopp zum gemeinsamen Abendessen. Abfahrt am El Corte Inglés in Palma 11. September 2010, ab 21:00 Uhr
Klavierkonzert Alexander Malter Werke von Frederic Chopin und Robert Schumann Port de Sóller Museo del Mar 25. September 2010, 19:30 Uhr
Ultra Marathon Paseo Marítimo Palma Start und Ziel am Camí de S'Escollera (gegenüber der Kathedrale) 26. September 2010, 10:00 bis 15:00 Uhr
=================================================== TV-Tipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (kurzfristige Programmänderungen und -verschiebungen möglich)
07.09. | WDR | 20:15 Uhr Abenteuer Erde "Kluge Pflanzen" (1/2) Naturdokumentation u.a. über die betrügerischen Verführungskünste der mallorquinischen Orchideen.
13.09. | WDR | 07:20 Uhr Bedrohte Paradiese Mallorca und die Balearen Zusammen mit Meeresbiologen und Tauchkameras zeigen die Autoren der Reportage einmalige Naturschönheit, die sich rund um Mallorca über und auch unter Wasser befindet. Dabei dokumentieren sie die Folgen des Massentourismus und sprechen mit politisch Verantwortlichen und Umweltschützern.
14.09. | n-tv | 16:10 Uhr Das Palma Aquarium - zwischen Haien und Korallen Reportage über das artenreichste Aquarium Europas - das Palma Aquarium an der Playa de Palma.
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August 2010/2 Hallo Mallorca-Fans,
für alle partylustigen und feierfreudigen Urlauber ist es auf Mallorca stiller geworden. Und auch wenn an der Playa de Palma nach wie vor die bekannten Clubs und Discotheken allabendlich ihre Tore öffnen, die Insel wird schon lange nicht mehr als Party-Insel verstanden. Hohe Preise nach der Euroumstellung, Musikverbote zu Beginn des Jahrtausends, politische Veränderungen im Balearenparlament und im Inselrat, abwertende Presseberichte. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Tourismusindustrie ist aber flexibel und hat sich schnell umgestellt. Und so locken die Reiseveranstalter mit Shopping-Touren, Gourmet-Wochenenden oder Sport-Paketen bewusst andere Zielgruppen an, als sie es noch vor wenigen Jahren taten. Partyurlauber, die ein preisgünstiges Wochenende mit viel Alkohol und Musik verbringen möchten, fahren schon lange nicht mehr nach Mallorca, sondern nach Bulgarien, Ungarn oder Rumänien. Schlagerstars und Privatfernsehen verlegten in diesem Sommer die "Original Ballermann-Party" bereits an den bulgarischen Goldstrand - Mallorca und die Playa de Palma haben sich mit Drehverboten und Lärmschutz bewusst gegen solche Veranstaltungen ausgesprochen. Was sich seit Jahren bereits langsam andeutete, ist damit endgültig Realität geworden: Partyurlaub und Mallorca gehen zukünftig getrennte Wege. Was meinen Sie, lieber Leser? Ist dieses eher Fluch oder Segen für die Baleareninsel? Kann Mallorca von der Nachbarinsel Ibiza lernen und zukünftig die gehobenen Discotheken- und Clubbesucher anlocken? Das neue Pachá in Palmanova und die Clubs am Passeo Marítimo in Palma machen es bereits vor. Würde es Mallorca gut tun, aus den Schlagzeilen der Schlager- und Popsternchen zu verschwinden und sich ein runderneuertes Image zuzulegen? Oder trauern Sie dem Mallorca der 1990er-Jahre hinterher, als der Balneario 6 noch der echte "Ballermann" war und an der Schinkenstraße bereits zum Frühstück das Bier bei lauter Musik ausgeschenkt wurde? Neuer Sponsor für angeschlagenen RCD Mallorca Real Mallorca, der finanziell und sportlich angeschlagene Fußball-Erstligist, hat zu Beginn der Woche seinen neuen Sponsor präsentiert. Ein europaweit tätiger Internet-Wettanbieter wird den RCD finanziell unterstützen. Im Gegenzug wird dieser in den nächsten beiden Spielzeiten auf den Trikots und auch großflächig im Stadion werben. Der Sponsor, der neben Sportwetten auch Casino- und Pokerspiele im Internet anbietet, erhofft sich durch diese Partnerschaft einen verstärkten Bekanntheitsgrad in Spanien. Real Mallorca war in der letzten Saison sportlich so erfolgreich wie selten zuvor - musste aber aufgrund massiver finanzieller Probleme zahlreiche Rückschläge wegstecken. Die neue Finanzspritze kommt für den Verein zur rechten Zeit. Um das sportliche Überleben zu sichern, steht Real Mallorca aber noch ein weiter und harter Weg bevor. (mallorca.de)
Streik der Fluglotsen abgesagt - Air-Berlin steht Streik bevor Nachdem sich in dieser Woche die spanischen Fluglotsen mit der Flughafengesellschaft AENA einigen konnte, ist der für August angekündigte Streik (der Mallorca-Newsletter hat darüber in der letzten Ausgabe berichtet) abgesagt worden. Dennoch müssen nach wie vor alle Flug-Reisenden mit einem Streik zur Urlaubszeit rechnen. Bei einer Urabstimmung stimmten 99% der Piloten bei Air-Berlin für einen Streik. Bei der Tochtergesellschaft LTU waren es 97%. Die Gewerkschaft fordert vor allem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei den Air-Berlin-Piloten. Bei der Übernahme der LTU im Jahr 2007 wurden die LTU-Piloten zu den damaligen Konditionen übernommen. Gegenüber den Piloten der Air-Berlin sind diese besser gestellt. Sollten die noch ausstehenden Gespräche der Pilotenvereinigung "Cockpit" und den Arbeitgebern scheitern, könnten die Maschinen von Air-Berlin noch zur Hauptsaison streikbedingt am Boden bleiben. Da die Verbindungen von Deutschland nach Mallorca immer noch zu den Hauptreiserouten der Fluggesellschaft zählt - und der Flughafen von Palma de Mallorca als Drehkreuz für Anschlussflüge genutzt wird - wären unzählige Urlauber von diesem Streik betroffen. (mallorca.de)
Massenschlägerei auf Mallorca Nach einer Massenschlägerei zwischen geschätzten 40 Motorradfahren kam es letzte Woche zu einem Großeinsatz der Polizei in S'Arenal. Die Auseinandersetzung der Motorradfahrer eskalierte vor einer bekannten Diskothek als einige der beteiligten mit Baseballschlägern und Messern aufeinander losgingen. An der Schlägerei, die in der deutschen Presse als "Rockerkrieg" bezeichnet wurde, waren zumeist deutsche Motorradfahrer beteiligt. Trotz Bewaffnung wurden aber nur wenige leicht verletzt. Als Hintergrund wird eine Auseinandersetzung zwischen zwei verfeindeten Rockerbanden vermutet, die sich das mallorquinische Revier gegenseitig streitig machen wollen. (mallorca.de)
Urlauber stürzen beim neuen "Urlaubstrend" in den Tod Laut aktuellen Presseberichten ist eine Unsitte bei den zumeist jugendlichen Urlaubern zur gefährlichen Bedrohung geworden. Die oftmals betrunkenen Jugendlichen versuchen mit Sprüngen von Balkon zu Balkon zu gelangen oder springen vom Balkon in den darunter liegenden Pool. Die als "Balconing" bezeichnete Mutprobe kostete bereits mehreren Personen das Leben - zahlreiche weitere Urlauber wurden zum Teil schwer verletzt. Die Angaben der Opferzahlen sind jedoch widersprüchlich. Einige Presseberichte zählen vier, andere bis zu acht Todesopfer. Die Jugendlichen stammen meist aus Großbritannien - unter den Opfern seien aber auch einige deutsche Urlauber. Polizei, Behörden und Hotelbetreiber sind in diesen Fällen im Vorfeld hilflos. Sie können lediglich an die Vernunft der Miturlauber appellieren, die ihre Freunde vor den gefährlichen Sprüngen abhalten. (mallorca.de)
=================================================== SPEZIAL: Mallorca Restaurant-Sklaven bedienen Urlauber ===================================================
Wer auf Mallorca fair bezahlte Arbeit sucht, hat es nicht einfach. Bei einer Arbeitslosenquote von ca. 15% ist die Konkurrenz hart. Trotzdem kommen viele illusionierte Arbeitssuchende auf die Ferieninsel - und werden rasch desillusioniert. "In der Sommersaison schufte ich sieben Tage die Woche und verdiene 1000 Euro. Am Monatsende zahlt der Chef nicht den gesamten Lohn aus, sondern behält einen Teil zurück, als Druckmittel, damit ich weiter arbeitete. Auf dem Vertrag bin ich nur für vier Stunden täglich angestellt, mein Chef spart sich so die Hälfte der Sozialabgaben. Auf dem Papier arbeite ich nur als einfacher Koch, aber ich habe die Verantwortung eines Küchenchefs. Trotzdem bleibt an mir die Drecksarbeit hängen."
Solche und ähnliche Erfahrungen machen Köche und Kellner auf Mallorca, wenn sie aus Deutschland, Frankreich und England stammen. Auch viele Einwanderer und Saisonarbeiter aus Afrika klagen über miserable Arbeitsbedingungen in der Gastronomie. Antonio Copete von der Gewerkschaft UGT sagt, dass 30 % aller Angestellten in den Restaurants auf Mallorca zu illegalen Bedingungen beschäftigt seien. Wegen der Wirtschaftskrise seien es mehr Menschen als in den letzten Jahren.
Die Vorsitzenden der Immigrantenvereine auf Mallorca sprechen von knapp der Hälfte aller Angestellten, die in Restaurants und Bars zu Dumping-Löhnen Schwerstarbeit leisten. "Viele Einwanderer sind froh, dass sie überhaupt Arbeit gefunden haben und sich über Wasser halten können. Sie akzeptieren diese moderne Form der Sklaverei", sagt Cheiki Momi, Vorsitzender des Immigrantenvereins der Senegalesen. "Aus Angst, den Job zu verlieren, suchen sie keine Hilfe und wenden sich nicht an die Gewerkschaft."
Seit Jahren wird in seriösen Medien davor gewarnt, ohne genaue vorherige Information nach Mallorca zu kommen, um dort zu leben und zu arbeiten. Bei vergleichbarem Preisniveau liegen die Löhne in vielen Bereichen deutlich unter denen in Deutschland. Die Rückkehrerquote nach einem Jahr beträgt unter den deutschen Neu-Residenten ca. 60%. (reisebuch.de, hi)
=================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 19) =================================================== von Elke Menzel
Dienstag, 26.Mai Heute sollen die neuen Fenster und Eisengitter kommen! Auch der Elektriker muss noch die Kabel in die Leerrohre einziehen und Steckdosen anbringen; und das Fernsehantennenkabel hängt immer noch nutzlos herum, die Parabolantenne lehnt nach wie vor im Wohnraum an der Wand. Aber das ist mir schon lange egal - ich bin seit über drei Wochen fernsehentwöhnt. Toni malt im Treppenaufgang und singt sein Lied; "..noni, noni, noni....". Text und Melodie sind leicht zu erlernen - ich könnte ohne weiteres mitsingen! Magu säubert mit Drahtbürste und Schleifpapier den verdreckten Santanyísteinboden im ehemaligen Patio: mucho trabajo und viel Staub! Als Eugenio pünktlich zur Morgenvisite erscheint, biete ich ihm die ausgebaute schmiedeeiserne Schnörkeltür an. Er misst Breite und Höhe, bedankt sich mit einem Wangenkuss und meint dann, dass er sie gut bei sich zu Hause gebrauchen könne - er würde, wenn er sie eingebaut habe, dann immer an uns denken. Weder die Elektriker noch die Gebrüder Ferrer (= mall. Schmied), wie ich sie hier nennen möchte, sind aufgetaucht! Abends sind das Treppenhaus und das halbe Wohnzimmer fertig gestrichen. Magu putzt mit einem inzwischen zerschlissenen grünen feuchten Lappen, der einmal ein T-Shirt von mir war, gründlich das hölzerne Treppengeländer, in dessen typisch mallorquinischen Schnörkeln sich besonders schön der Steinstaub festgesetzt hat. Er schuftet unermüdlich, ohne dass auch nur für einen Moment das Lächeln aus seinem Gesicht weicht. Seit drei Jahren hat er seine Frau im Senegal nicht mehr gesehen - vielleicht lächelt er ja deshalb?
Mittwoch, 27. Mai Um kurz nach acht Uhr am Morgen ruft Tomeu an und fragt, ob er vielleicht doch erst mañana kommen könne. Sie hätten auf einer anderen Baustelle eine diffizile Arbeit, aber um spätestens zehn nach acht würde er morgen ganz bestimmt da sein. Ich warte auf die Schmiede und derweil geht mir durch den Kopf, was alles noch zu erledigen ist; ich komme dabei auf acht oder neun Punkte. Ach ja, eines darf ich auf keinen Fall vergessen: draußen vorm Tor, an der Landstraße, fuhr vor über drei Jahren einmal ein Lastwagen, nur leicht abgebremst von dem großen grünen Müllcontainer neben unserer Einfahrt, direkt in unsere Trockenmauer - die sollte schon lange wieder ordentlich aufgemauert werden. Eugenio wollte es schon damals bei Gelegenheit richten. Die dafür von ihm über den Daumen gepeilte Summe hat die Versicherung des Fuhrunternehmens jedenfalls prompt bezahlt. Nun, die Gelegenheit ist jetzt da! Mucho mucho trabajo!!
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=================================================== Veranstaltungstipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (alle Angaben ohne Gewähr)
Festival de Musica Clásica Chieko Yokoyama-Tancke und Alexander Malter Werke von Antón Arensky und Sergei Rachmaninow Port de Sóller Museo del Mar 21. August 2010, 21:00 Uhr
Mallorca Surf Action mit den besten Sportlern aus den Disziplinen Windsurfing, Kitesurfing, Wakeboard, Skate, BMX, Rolle und Snake. Playa de Palma 21. und 22. August 2010
Mare de Déu d'Agost Feiern zur Ehren der Mutter Gottes aus Anlass des katholischen Feiertags "Maria Himmelfahrt" Besonders in den Orten Esporles, Portocolom, s'Illot, Puigpunyent, Can Picafort, Cala d'Or und Caimar. bis 22. August 2010
Klavierkonzert Alexander Malter Werke von Frederic Chopin und Robert Schumann Port de Sóller Museo del Mar 25. September 2010, 19:30 Uhr
=================================================== TV-Tipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (kurzfristige Programmänderungen und -verschiebungen möglich)
22.08. | N24 | 07:05 Uhr N24 - Die Reportage XXL Prima Klima! Wohnen auf Mallorca
22.08. | SWR | 17:15 Uhr Länder - Menschen - Abenteuer Reportage-Reihe Auch wenn Mallorca ohne Tourismus nicht vorstellbar wäre - vielgelobt wird immer das "andere Mallorca" im Hinterland. Auch diese Reportage versucht die anderen Seiten der Insel zu finden und dem Zuschauer zu zeigen. Drei inseltypische Besonderheiten stehen Parte für die Eigenarten Mallorcas: die Sprache, der Weinbau und die Schweinezucht.
23.08. | 3sat | 13:15 Uhr Expeditionen auf Mallorca Folge 1/2, Jenseits der Strände Die zweiteilige Reportage zeigt das "wilde Mallorca", ein Wildtierzentrum, eine Tauchexpedition und die Artenvielfalt in den Sümpfen von Albufera.
27.08. | hr | 16:00 Uhr Inseln des Mittelmeeres Folge 5/5: Mallorca Auch wenn der Tourismus die Insel seit Jahrzehnten prägt, haben sich die Mallorquiner ihre Besonderheiten erhalten. Im Mittelpunkt dieser Reportage stehen daher ein Puppenspieler, ein Schweinezüchter, ein Pianist aus der Kartause von Valldemossa und ein Arzt.
29.08. | n-tv | 1:45 Uhr Das Palma Aquarium - zwischen Haien und Korallen Reportage über das artenreichste Aquarium Europas - das Palma Aquarium an der Playa de Palma __________________________________________________________________________________________________
August 2010/1
Hallo Mallorca-Fans,
die schlechten Nachrichten vom Flughafen Palma reißen einfach nicht ab. Nachdem bereits in den letzten Wochen der Flugverkehr von und nach Mallorca durch eine Art Bummelstreik der Fluglotsen arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, drohen jetzt ab Mitte August reguläre Streiks. Das dürfte zu erheblichen Verspätungen bei den Starts und Landungen führen und die bereits angespannte Sicherheitslage nicht gerade verbessern. Neben der chronischen personellen Unterbesetzung im Tower von Palmas Airport, Son Sant Joan, für welche die Betreiberfirma Aena verantwortlich gemacht wird, klagen die Fluglotsen aktuell über eine Reform im Rahmen des Sparpakets der spanischen Regierung, die ihnen Mehrarbeit zu erheblich geringeren Gehältern auferlegt. Dieses Krisenszenario ist eine weitere Bedrohung für das Image der Baleareninsel, die gerade mühsam versucht, sich nach den vielen schwierigen Monaten wieder etwas zu "berappeln". Sollte es tatsächlich zu einem längeren Streik kommen, wird die schwächelnde Tourismusindustrie auf Mallorca erneut einen Tiefschlag verdauen müssen, was für manchen Beherbergungsbetrieb einer existenziellen Gefährdung gleichkommt. Wie sehen Sie, liebe Leser, die aktuelle Situation an Palmas Flughafen? Haben Sie Verständnis für die Streiks und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten, oder wäre diese erneute Krise für Sie ein Grund, ggf. sogar Ihren Mallorca-Flug zu stornieren? Streik der spanischen Fluglotsen angekündigt Vermutlich in der zweiten Augustwoche wollen die spanischen Fluglotsen mit einem Streik gegen die neuen Arbeitszeitregeln protestieren. Die Gewerkschaft USCA gab am Dienstag die Entscheidung bekannt. Wann genau der Streik durchgeführt werden soll, ist aktuell aber noch nicht bekannt. Ebenso ließen die Vertreter der Gewerkschaft die Dauer des geplanten Streiks offen. Trotz der konkreten Streikandrohung bleib die Gewerkschaft gesprächsbereit. Ein Streik im August wäre für den Mallorca-Tourismus nicht ohne weitreichende Folgen. Vertreter der Hotelverbände warnen bereits jetzt vor möglichen Stornierungen und Buchungsrückgängen im Hauptreisemonat. Ihr Appell zur Schlichtung und damit zur Abwehr des Streiks ist daher gleichermaßen an die Politiker und die Gewerkschaften gerichtet. (mallorca.de)
"Copa del Rey" ohne König Juan Carlos Die Segelregatta "Copa del Rey", die zurzeit in der Bucht von Palma ausgetragen wird, zählt zu den bekanntesten internationalen Segelregatten in den Gewässern vor Mallorcas. Noch bis zum 7. August werden täglich in sieben Bootsklassen die Wettkämpfe ausgetragen. Diesmal allerdings ohne die Beteiligung des spanischen Königs und Schirmherren der Regatta. In den letzten Jahren war Juan Carlos immer auf der "Bribón" als berühmtester Teilnehmer am Start. In diesem Jahr erholt sich der 72-Jährige von einer Operation und darf aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Regatta teilnehmen. Dennoch ist die "Copa del Rey" nicht ohne königliche Teilnehmer: Kronprinz Felipe vertritt das spanische und König Harald V. das norwegische Königshaus. Darüber hinaus kann das Teilnehmerfeld mit weiteren Stars des Segelsports aufwarten: der Neuseeländer Russel Coutts, der US-Amerikaner Paul Cayard und der Deutsche Jochen Schümann sind nur drei der zahlreichen prominenten Segler, die vor Palma um die Siege kämpfen. (mallorca.de)
Aus und vorbei: Europa League ohne Real Mallorca Auch wenn sich der spanische Erstligist Real Mallorca in der letzten Saison sportlich für die Europa League qualifizieren konnte, entzog die UEFA in der letzten Woche die dafür notwendige Spiellizenz. Dieser Schritt wird damit begründet, dass sich die Schulden des Klubs auf etwa 85 Millionen Euro aufsummiert haben sollen. Real Mallorca ist damit der erste europäische Verein, der von der Neuregelung der UEFA betroffen ist. Erst im Mai wurde beschlossen, dass Vereine in den europäischen Spielklassen einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen müssen. Zwar machte der RCD Mallorca noch von seinem Recht auf Einspruch Gebrauch, aber auch dieser wurde Ende letzter Woche abgewiesen. Diese endgültige Entscheidung trifft den ohnehin schon stark angeschlagenen Verein hart. Die europäische Spielklasse hätte sicherlich für gut besuchte Begegnungen im heimischen Stadion gesorgt. Diese zusätzlichen Einnahmen fehlen dem Verein beim aktuellen Wiederaufbau. Nach dem Weggang des Erfolgstrainers Gregorio Manzano sowie von zahlreichen Top-Spielern ist es fraglich, ob sich Real Mallorca in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse, der Primera Division, halten kann. (mallorca.de)
Jazzfestival in Sa Pobla Die 16. Ausgabe des seit 1995 in Sa Pobla stattfindende Jazzfestival "Festival de Jazz" setzt auch in diesem Jahr wieder auf eine große Bandbreite des Jazz. Die Liste der Künstler, die bisher auf dem Festival aufgetreten sind, liest sich wie das who-is-who der Jazzmusik. So spielten bereits John Scofield, Dave Holland, Charlie Haden, Sheila Jordan, Steve Kuhn, Dave Douglas, Bill Frisell, Charles Lloyd, Marcus Miller und Antoni Miranda in Sa Pobla vor einem begeisterten Publikum. Auch in diesem Sommer kann das Festival, welches sich in den letzten Jahren als Geheimtipp unter den Jazzfreunden herumgesprochen hat, mit namhaften Künstlern glänzen. Den Anfang machte an diesem Mittwoch das McCoy Tyner Trio - es folgen bekannte Bands wie die Kyle Eastwood Band (9. August), das Jvera Quartet (17. August) und die Traveling School von Jimmy Weinstein (20. bis 24. August). Alle Open-Air Konzerte finden ab 22:30 Uhr auf der Plaça Major in Sa Pobla bei freiem Eintritt statt. Nach dem Erfolg der letzten Jahre hoffen die Veranstalter auch in diesem Jahr auf regen Zuspruch. Zu jedem der Konzerte werden etwa 2.500 bis 3.000 Besucher erwartet. (mallorca.de)
=================================================== SPEZIAL: Die Kult-Ensaimada aus dem Gerberviertel =================================================== (Thomas Zapp - exklusiv für mallorca.de)
Spricht man von Palmas ältester Bäckerei, denken viele Mallorca-Kenner an den Forn des Teatre an der Plaza Weyler. Hier wird, hübsch dekoriert für den Touristen die Bäckereitradition zelebriert, dankbar angenommen von vielen Reiseführern und Reisefotografen. Weitaus weniger bekannt, dafür aber noch älter (und authentischer) geht es im ehemaligen Handwerkerviertel Calatrava zu. Hier in der Calle de sa Pelletería (Gerberstraße) steht der Forn Ca'n Miquel de Sa Pelletería. Seit mehr als 40 Jahren steht hier Bäckermeister Miquel Pujol Ferragut (62) hinter dem Tresen. Die Bäckerei hat sein Großvater Miquel Ferragut im Jahr 1917 nach dessen Rückkehr aus Argentinien gegründet. Das Spektakulärste an der Bäckerei ist jedoch der Ofen, in dem Miquel seine Ensaimada und unwiderstehlichen Blätterteig-Dreiecke mit Schokolade oder mexikanisch-scharfer Füllung backt. Laut Register der Handelskammer stammt das historische Ungetüm aus dem Jahr 1565. Auf aufwändige Deko und sorgfältig gepflegte Nostalgie, gar moderne Ausleuchtung hat Miquel kein verstärktes Augenmerk gelegt. Die Einrichtung ist alt, ein Schrank mit alten Fotografien stammt aus dem Gründungsjahr der Bäckerei, bzw. wurde vom Vorbesitzer übernommen. Der Verkaufsraum ist dunkel, zunächst mein man ein Museum zu betreten. Natürlich riecht es nach Teigwaren und gebratenem Fleisch: Ca'n Miquel ist berühmt für sein Spanferkel aus dem Ofen. Marketing hat der Mallorquiner nicht mehr nötig, denn seine Bäckerei ist Kult. Stolz zeigt er einen Ring-Ordner mit Fotos. "Kennen Sie den", fragt der ansonsten eher wortkarge Mallorquiner schelmisch lächelnd. König Juan Carlos war da ebenso wie Prinzessin Letizia. US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow hat "ihren" Starkoch Mario Batali vorbeigeschickt. Mit Batali hat der Hollywood-Star ein spanisches Kochbuch zusammengestellt und der Italiener hat sich begeistert Miquels Rezepte zeigen lassen. Daneben hat Pujol unzählige Artikel aufgehoben und Fotos aus der ganzen Welt, wo Menschen den Deckel seiner Ensaimada-Verpackung in die Linse halten: Peru, Argentinien, Indonesien Japan. Einer indonesischen Fotografin hat er auch eine Porträtserie zu verdanken. Als Gegenleistung zeigte er ihr, wie man die Ensaimada macht. Dennoch, allein vom Ruhm kann man nicht leben. Die Zeiten waren schon mal besser, Miquel Pujol lebt vor allem von Aufträgen und Lieferungen. Aber er ist müde, seit seinem 16. Lebensjahr hat er jeden Tag um 5.30 Uhr am Verkaufstresen und am Ofen gestanden. Drei Jahre will er noch machen, dann geht er in Rente. "Irgendwann reicht es und ich habe noch viele Ideen", sagt er. Seit seinem 16. Lebensjahr steht er m Ofen. Dann reicht es auch irgendwann mal. Leider will keines seiner drei Kinder die Bäckerei übernehmen, so wird in einigen Jahren ein weiteres Stück Stadtgeschichte verschwinden. Die Zeit sollte man also nutzen und Miquels Köstlichkeiten probieren.
=================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 18) =================================================== von Elke Menzel
Freitag, 22. Mai Toni malt, Magu putzt und verputzt. Eugenio bekommt Geld, damit er für uns das bisher verbrauchte Material bezahlen kann. Mein Mann muss noch den Pool gründlich säubern, die Garage aufräumen und sämtliche Tropfschläuche der automatischen Bewässerung daraufhin kontrollieren, ob sie noch durchgängig sind. Sie verstopfen regelmäßig mit Erde und Kalk und lassen dann kein Tröpfchen Wasser mehr durch. Manchmal lösen sie sich auch von der Hauptzuleitung, so dass irgendwo das kostbare Nass hervorsprudelt und einen kleinen See entstehen lässt, der dann die Unkräuter bewässert. Mein Mann muss dafür eine gute Stunde lang unter sämtliche Büsche kriechen und dabei jedes Tropfschlauchende unter die Lupe nehmen. Als er damit fertig ist, macht ihm wieder die Bandscheibe zu schaffen.
Montag, 25. Mai Mein Mann ist gestern Abend leicht humpelnd, aber nicht sonderlich unglücklich, wieder nach Deutschland geflogen; ich glaube, er freut sich auf eine ruhige Arbeitswoche daheim. Ich bin schon morgens um acht Uhr die erste Kundin im Farbenladen, um noch mehr Wandfarbe und vor allem noch mehr aguaplast zum Ausbessern der vielen Risse zu besorgen. Ich hätte mehr Risse als Wände, meint Toni. Eugenio kommt und begutachtet die Arbeit seiner Leute; dann holt er für mich zwei Flaschen mallorquinischen Kräuterlikör, hierbas secas und hierbas dulces aus seinem Kofferraum. Übers Jahr bekäme er von Kunden so viel davon geschenkt, und, obwohl das Zeug ja reine Medizin sei, könne er doch nicht alles alleine austrinken. Es scheint ihm mit dem hierbas genauso zu gehen wie uns mit der sobrasada - nicht wenige der geschenkten Paprikawürste verteilen wir auch immer unter Freunden und Verwandten! Eugenio hat auch an die 16 Liter fassende Weinbuddel gedacht, die er mir letzte Woche versprochen hat, nachdem er meine Kollektion unterschiedlich geformter Flaschen betrachtet hat, die links die Mauer neben dem alten Backofen ziert. Sie steckt in einer dreckigen grauen Plastiktragevorrichtung - und ist leider leer. Ich hole die große, bauchige Rotweinflasche heraus, säubere sie gründlich und bringe sie erst einmal im Schlafzimmer in Sicherheit. Sie ist wunderschön und wird bald irgendwo im Haus ein dekorativer Blickfang sein. Ich verziehe mich wieder in den Garten und verwandele die abgehackten Gummibaumäste in vier Schubkarren voll Mulchmaterial. Der Sommer kann kommen! Ich merke, dass mein Regenkaktus zwölf bananengroße Knospen herausgeschoben hat - wenn sie erblühen, wird es Regen geben, oder Wind! Erfahrungsgemäß aber wohl erst am Mittwoch, oder am Samstag - an Markttagen regnet es hier bevorzugt. Vorhin habe ich im "part forana", dem monatlich im Supermarkt gratis ausliegenden Käseblatt, gelesen, dass auf Mallorca kürzlich der erste Fang des kleinsten Säugetiers der Welt gelungen sei! Es handelt sich um die musaranya enana, die Etruskerspitzmaus, die zur Gattung der Dickschwanzspitzmäuse gehört. Sie soll nur 30 Millimeter groß sein - ihr dickes Schwänzchen misst fast noch einmal so viel. Schon seit der Mitte des letzten Jahrhunderts vermutete man ihr Vorkommen, doch erst im vergangenen Jahrzehnt hat man sie hier in neun Gemeinden entdeckt. Sie jagt hauptsächlich Heuschrecken, Schaben und Spinnen, und ich werde deshalb die Augen aufhalten, ob ich sie einmal bei uns auf der Finca entdecke. Vielleicht frisst sie ja auch Ameisen!? Abends besorge ich den vierten und fünften Eimer Farbe sowie die dritte Dose aguaplast zum Ausspachteln der Risse. Magu sucht sie mit Akribie und findet auch die allerkleinsten.
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=================================================== Veranstaltungstipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (alle Angaben ohne Gewähr)
Festival Internacional de Música Serentes d'Estiu Castillo de Bellver Palma de Mallorca 03. bis 17. August 2010
Zu Fuß von Güell nach Lluc Traditioneller Nachtmarsch nach Lluc in der Sierra de Tramuntana Ausgangspunkt: Plaça Güell in Palma 07. August 2010
Ignatzek-Menzel-Duo Klaus Ignatzek (JazzPiano) und Susanne Menzel (Gesang) Kulturfinca Son Bauló Cami de Son Bauló, 1 Lloret de Vistalegre 07. August 2010, 20:30 Uhr Eintritt: 15 Euro
Jazzfestival Sa Pobla Kyle Eastwood Band Parque de Can Cirera Prim Sa Pobla 09. August 2010, 22:30 Uhr
Festival de Musica Clásica Chieko Yokoyama-Tancke und Alexander Malter Werke von Antón Arensky und Sergei Rachmaninow Port de Sóller Museo del Mar 21. August 2010, 21:00 Uhr
Klavierkonzert Alexander Malter Werke von Frederic Chopin und Robert Schumann Port de Sóller Museo del Mar 25. September 2010, 19:30 Uhr
=================================================== TV-Tipps =================================================== Zusammengestellt von mallorca.de (kurzfristige Programmänderungen und -verschiebungen möglich)
08.08. | ZDF | 18:30 Uhr ZDF-Reportage Urlaub zum Abgewöhnen - Wenn die Reise zum Reinfall wird. u.a. mit einem Bericht über die Abitur-Reise nach Mallorca, die für drei junge Frauen zum Reinfall wurde.
10.08 | MDR | 14:20 Uhr LexiTV - Wissen für alle Mallorca - Urlaubsinsel im Mittelmeer
16.08. | WDR | 22:00 Uhr Die Story Bedrohte Paradiese: Mallorca und die Balearen - Ferienparadies am Abgrund. Zusammen mit Meeresbiologen und Tauchkameras zeigen die Autoren der Reportage einmalige Naturschönheit, die sich rund um Mallorca über und auch unter Wasser befindet. Dabei dokumentieren sie die Folgen des Massentourismus und sprechen mit politisch Verantwortlichen und Umweltschützern.
22.08. | SWR | 17:15 Uhr Länder - Menschen - Abenteuer Reportagereihe Auch wenn Mallorca ohne Tourismus nicht vorstellbar wäre - vielgelobt wird immer das "andere Mallorca" im Hinterland. Auch diese Reportage versucht die anderen Seiten der Insel zu finden und dem Zuschauer zu zeigen. Drei inseltypische Besonderheiten stehen Parte für die Eigenarten Mallorcas: die Sprache, der Weinbau und die Schweinezucht.
aktuelle TV-Tipps finden Sie auch unter http://reisebuch.de/mallorca/service/TV-Tipps/ und http://mallorca.de/tv-tipps Juli 2010-2
Hallo Mallorca-Fans,
immer noch hat der "Jahrhundertsommer" Deutschland fest im Griff. Über die Temperaturen, welche in den letzten Wochen die 35°C-Marke vielerorts sogar überschritten haben, wundert sich hierzulande niemand mehr und tropische Nächte (mit 20°C und mehr) werden selbst in der Wettervorhersage kaum noch betont. Auch auf Mallorca kann man seit einigen Wochen einen wunderbaren Sommer genießen. Verrückterweise jedoch bei nahezu angenehmen 29 bis 32°C, leichten Winden, die meist aus südlichen Richtungen wehen. Selbst das warme Mittelmeer wirkt gegenüber deutschen Flüssen und Baggerseen schon angenehm erfrischend. Und wenn üblicherweise Ende Juli auf Mallorca von Hitzeproblemen, hohem Stromverbrauch aufgrund der zahlreichen Klimaanlagen, Wassermangel und Waldbrandgefahren berichtet wird, so ist es in diesem Jahr erstaunlich still. Was nicht bedeutet, dass diese Gefahren und Probleme nicht auch in diesem Sommer vorhanden wären - Berichte über Unwetter und Hitzeprobleme in Deutschland sind lediglich interessanter für die Presse. In diesem Jahr ist alles ein wenig anders. Und Sie, lieber Leser? Waren Sie in diesem Sommer auf Mallorca und waren über die im Vergleich zu Deutschland geringeren Temperaturen überrascht? Kamen Sie von einem sonnigen und erholsamen Mallorca-Urlaub zurück und ertrugen in Deutschland die ungewohnte Hitze nicht? Oder genießen Sie einfach den tropischen Sommer in Deutschland und planen erst im Spätsommer oder Herbst wieder nach Mallorca zu reisen?
Sommer, Sonne, Badespaß Nach dem recht kühlen Frühling und dem verregneten Saisonstart hat sich auf Mallorca nun bereits seit einigen Wochen eine Hochwetterlage gefestigt. Temperaturen zwischen 29 und 32°C sind derzeit ein Garant für einen makellosen Sommer- und Badeurlaub. Da auch für die nächsten Tage mit keiner nennenswerten Wetteränderung gerechnet wird, steigt das Waldbrandrisiko auf der Insel zunehmend. Trotzdem kam es bisher in diesem Sommer noch zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Auch die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen Quallen an Küsten und Stränden sind aktuell nur sehr vereinzelt gesichtet worden. (mallorca.de)
Mallorcas Flughafen in der Krise Im April noch wurde der neue Terminal C am Flughafen Son Sant Joan eröffnet, der vor allem für die jahrelang vernachlässigten Passagiere des deutschen Top-Mallorca Zubringers Air Berlin Verbesserungen brachte. Jetzt sinken die Passagierzahlen und der Tower des Airports entwickelt sich zum Sicherheitsrisiko. Im Vergleich zum schwachen Juni des Krisenjahres 2009 gingen die Passagierzahlen an Mallorcas Großflughafen erneut um über 2% zurück. Dies ist ein klarer Indikator dafür, dass die Tourismusindustrie auf Mallorca momentan nicht aus der Krise herauskommt. Wie Ironie des Schicksals klingt es, wenn gleichzeitig auf den balearischen Schwesterinseln Ibiza und Menorca die Besucherzahlen wieder steigen, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Unglaubliche Meldungen kommen währenddessen aus dem Tower des Flughafens von Palma, der für die sicheren An- und Abflüge auf Mallorca verantwortlich ist. Bei chronischer personeller Unterbesetzung können die Flüge nicht mehr angemessen koordiniert werden, was zu Verspätungen führt und ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt. Der Flughafenbetreiber Aena hatte im Rahmen von Sparmaßnahmen mehrere Stellen bei den Fluglotsen gestrichen. Wenn es in diesem Zusammenhang zu Sicherheitspannen auf Palmas Airport kommen sollte, dann dürfte das verheerende Folgen für das Image der Ferieninsel haben. (hi, reisebuch.de)
Bekannter und beliebter DJ tödlich verunglückt Christian Cabala, der als DJ Tuxi zu den erfolgreichsten Party-DJs an der Playa de Palma zählte, ist letzten Sonntag bei einem Verkehrsunfall in Hamburg ums Leben gekommen. Die große Fangemeinde war von diesem tragischen Vorfall gleichermaßen geschockt, wie die Künstler, die regelmäßig mit "Chriss Tuxi" auftraten. Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden füllten sich Facebook-Seiten mit Trauermeldungen. Auch die offizielle Internetseite des 37-jährigen Österreichers gedenkt dem Original aus dem Bierkönig. Bekannt wurde Christian Cabala aber auch als Schlagersänger. Zu den bekanntesten Titeln gehört die Coverversion des Roland-Kaiser-Hits "Joana". (mallorca.de)
Knüller zum Saisonauftakt: Real gegen Real Die neue Saison der ersten Spanischen Liga wird am 29. August mit einem Knüller starten. Real Mallorca tritt im heimischen Stadion gegen Real Madrid an. Das von vielen Mallorquinern schon jetzt mit großer Vorfreude erwartete Aufeinandertreffen mit dem spanischen Meister, dem FC Barcelona, wird am 3. Oktober in Barcelona stattfinden. Da viele Mallorquiner bzw. auf Mallorca lebende Spanier auch begeisterte Anhänger von "Barca" sind, wird das Rückspiel am 27. Februar sicherlich eines der Spiele sein, welches schon frühzeitig ausverkauft sein wird. (mallorca.de)
Flug-Verspätungen durch Streik in Frankreich Der Streik der französischen Fluglotsen wird noch bis Donnerstag für Verspätungen im Flugverkehr sorgen. Hiervon betroffen sind auch Flüge von und nach Mallorca. Es wird damit gerechnet, dass es auf Flügen von Deutschland nach Mallorca zu mehrstündigen Verspätungen kommen kann. Gleichzeitig haben sich ungewöhnlich viele Beschäftige der Flughäfen in Madrid, Barcelona oder Valencia krank gemeldet. Dieses führt dazu, dass die Luftraumüberwachung und der Lotsendienst in Spanien nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Nachdem im Frühjahr der spanische Transportminister die bezahlten Überstunden der Lotsen reguliert hat, sehen viele in dieser Krankheitswelle einen versteckten Streik bzw. einen heimlichen Protest. Zumindest der Streik der französischen Fluglotsen soll am Freitag beendet sein. Wann die spanischen Tower wieder mit voller Besetzung arbeiten werden, ist aktuell noch nicht abzusehen. (mallorca.de)
=================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 17) =================================================== von Elke Menzel
Ich erhalte den Auftrag, ein paar Eimer von einer Farbe besorgen, die gut Feuchtigkeitsflecken abdeckt. In der Farbenhandlung bekomme ich einen bunten Fächer in der Dicke eines umfangreichen Wörterbuchs, den ich mir ausleihen darf, um zu Hause in Ruhe die gewünschte Farbe zu bestimmen. Eine halbe Stunde später bin ich wieder im Laden und lasse mir "a máquina" zwei Eimer Farbe mischen: zuerst wird der Eimer mit weißer Grundfarbe in eine Maschine gestellt, an der die Nummer des Farbcodes eingegeben wird; der Apparat überlegt einen Moment - und spuckt dann einen Klecks roter und einen Klecks gelber Farbe in den 15-Liter-Eimer; der wird dann in einen zweiten Apparat gehievt, der sich auf Knopfdruck mit lautem Brummen in Bewegung setzt und wie eine altmodische Trockenschleuder rumpelt, wobei die Farbbeimengungen perfekt gemischt werden und ein helles Vanillegelb ergeben. Ich schaue fasziniert zu, denn unser Maler in Deutschland rührte immer mit einem Holzstiel die Farben zusammen. Gut, dass mein Mann mitgekommen ist, denn er schleppt die schweren Eimer ächzend zum Auto. Toni macht sich ans Werk, und ich überlege, womit ich meinem Mann die aufkommende Langeweile vertreiben kann. Kaum habe ich halbherzig vor mich hingemurmelt, dass ein paar zu tief hängende Äste des Gummibaums herausgesägt werden müssten, schreitet mein Mann zur Tat. Zehn Minuten später sieht er - der Gummibaum - aus wie frisch amputiert! Ein Riesenhaufen großer Äste liegt am Boden. Nun, das hat natürlich, wie sich jeder schon länger verheiratete Mensch vorstellen kann, zu einem kleinen ehelichen Scharmützel geführt und, damit es sich nicht im Laufe des Tages zu einem Grabenkampf ausweite, hat mein Mann das Gewächs dann nachoperiert. Hoffentlich erholt er sich wieder - der Gummibaum! Nach dem Mittagessen macht mein Mann sich mit Feuereifer an den Efeu, der die Garage überwuchert. Ehrlich, ich habe nur ganz leise und vorsichtig eine diesbezügliche Andeutung gemacht, - dass die Efeuranken die Dachziegel anheben und dass bei Nachbars im alten Efeu immer die Ratten nisteten..... Mein Mann war die nächsten drei Stunden beschäftigt, hat allerdings kein einziges Rattennest dabei gefunden. Danach hat er auch noch die Bougainvillea gründlich zurückgeschnitten und sich dabei ein paar lange blutige Ratscher über Arm und Rücken zugezogen. Mucho trabajo! Jedenfalls habe ich jetzt wieder bergeweise Häckselmaterial!
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Juli 2010-1 Hallo Mallorca-Fans,
mobil zu telefonieren ist bereits seit Jahren auch im Urlaub zur Selbstverständlichkeit geworden. Und so stört es heutzutage niemanden mehr, wenn an der Gepäckausgabe im Flughafenterminal, vor der Kathedrale in Palma oder am Cap de Formentor Gespräche mit den Daheimgebliebenen oder den Mitreisenden geführt werden. Das Handy gehört für die Meisten zum Mallorca-Urlaub wie der Mietwagen oder die Sonnencreme. Pünktlich zum Beginn der Feriensaison wird nun auch das Telefonieren auf Mallorca für deutsche Handybesitzer billiger. Nach der Einigung der EU-Mitgliedsstaaten gilt in allen Ländern der Europäischen Union seit dem 1. Juli ein maximaler Minutenpreis von 46 Cent. Ebenfalls gesunken sind die Gebühren für SMS und ankommende Gespräche. Der Schrecken der teuren Gespräche aus dem Mallorca-Urlaub ist damit sicherlich genommen - aber in Zeiten des multimedialen Mobiltelefons bzw. Smartphones rückt das einfache Telefonat in den Hintergrund. Und Sie, lieber Leser? Schreiben auch Sie bereits vom Hotelpool aus in Ihr Facebook-Profil? Twittern Sie aus dem neuen Szene-Club oder dem angesagten Beachclub und stellen Sie vom Strand aus ein neues Foto in Ihren Urlaubs-Blog? Oder sind Ihnen all diese Dinge genauso fremd wie das zwanghafte Gefühl ständig telefonisch erreichbar zu sein? Freuen Sie sich, wenn Sie auf Mallorca Ihren Alltag auch dadurch hinter sich lassen können indem Sie die "Aus"-Taste so oft wie möglich nutzen?
EU-Regelung: Billiger mobil telefonieren Zum 1. Juli - und damit rechtzeitig mit Beginn der sommerlichen Hochsaison - trat eine weitere Stufe der Regulierung der Mobilfunktarife im europäischen Markt ein. Seitdem gilt die neue Obergrenze von 39 Cent (netto) pro Gesprächsminute. Inklusive der deutschen Mehrwertsteuer werden also maximal 46 Cent bei einem Gespräch aus Mallorca in Rechnung gestellt. Gespräche, die im Ausland mit dem deutschen Handtarif angenommen werden, wurden auf die Obergrenze auf 15 bzw. 18 Cent pro Minute begrenzt. Auch für Nutzer des so genannten "Datenroaming" (also mobile Internetverbindungen, etwa per Smartphone) profitieren von den neuen Regelungen. Steigt die Nutzungsgebühr auf einen Betrag von über 60 Euro an, wird die Datennutzung nach vorangehender Warnung (z.B. per SMS) gestoppt. Diese Maßnahmen sollen den Urlaubern die Angst nehmen, im Urlaub das Handy zu nutzen. Besonders auf Mallorca gehört die Nutzung des Mobiltelefons zum Urlaub dazu. Nicht selten verabreden sich (vornehmlich jüngere) Urlauber per Anruf oder SMS zum allabendlichen Discoabend und bleiben mobil mit den Daheimgebliebenen im regen Kontakt. So wurde die Urlaubskasse des einen oder anderen Mallorca-Urlaubers in der Vergangenheit durch die Nutzung des Mobiltelefons arg belastet. Mit dem Aufkommen der internetfähigen Daten-Telefone kamen sehr schnell unkalkulierbarere Kosten hinzu. (mallorca.de)
Sommer pur auf Mallorca Sonnenschein und Temperaturen von über 30°C bescheren Mallorca aktuell bestes Strandwetter. Zudem sorgen Wassertemperaturen von 23 bis 25°C (im flachen Wasser sogar darüber) allerorts für volle Strände. Und allen schlechten Prophezeiungen zum Trotz sind die klassischen Urlaubsregionen der Insel gut besucht. Für den Beginn der Hochsaison, die in dieser Woche mit dem Start der Sommerferien in den ersten deutschen Bundesländern begonnen hat, perfekte Voraussetzungen für eine gute Sommersaison. (mallorca.de)
Mehr Verkehrstote auf Mallorca Die rigorosen Verkehrssicherheitsmaßnahmen der Behörden scheinen auf den Balearen zu greifen. Bis 2009 ging die Zahl der Verkehrstoten deutlich zurück. In diesem Jahr allerdings kehrt der Tod auf der Straße mit Macht zurück. In den letzten Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten auf den Balearen um fast 50% Prozent zurückgegangen. Während in 2006 auf den Straßen von Ibiza, Mallorca, Menorca und Formentera noch 44 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, waren es im Jahr 2009 nur noch 19. Zurückzuführen ist dies auf verschärfte Verkehrsvorschriften und deutlich mehr Polizeikontrollen, vor allem, was Alkohol am Steuer anbelangt. Vorbei sind die Zeiten, zu denen das Fahren unter Alkoholeinfluss auf Mallorca als Kavaliersdelikt abgetan wurde. Heute drohen angetrunkenen Verkehrsteilnehmern drakonische Strafen, was offensichtlich einen abschreckenden Effekt erzielte. Mit 15 Todesfällen hatte im vergangenen Jahr Mallorca die meisten tödlichen Unfälle zu verzeichnen. Aber auch hier ging im Vergleich zu 2006 der Prozentsatz um 42,5 Prozent zurück. Die Zahl der Verletzten blieb dagegen auf den gesamten Balearen annähernd gleich. In 2006 erlitten 1642 Menschen Verletzungen im Straßenverkehr, 2009 waren es sogar 1709. In diesem Jahr wird sich der Abwärtstrend aber wieder massiv umkehren. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2010 starben bereits 19 Menschen auf den balearischen Straßen, genauso viele wie im gesamten Jahr 2008. Über die Ursachen liegen noch keine Erkenntnisse vor. (fi, reisebuch.de)
Rafael Nadal, der Stolz der Mallorquiner Der erste der aktuellen Tennis-Weltranglisten ist nach seinem Turniersieg am letzten Sonntag in Wimbledon der ganze Stolz der Mallorquiner. Der gebürtige Mallorquiner (Nadal wurde 1986 in Manacor geboren) konnte mit dem Finalsieg über den Tschechen Tomas Berdych nicht nur das wohl bedeutendste und wichtigste Tennisturnier zum zweiten Mal für sich entscheiden, er festigte damit auch seine Position als Weltranglisten-Erster. Dass Nadal immer wieder zurück auf seine Heimatinsel kommt, bestätigt seine Verbundenheit zu Mallorca. Nicht umsonst wurde er als der zurzeit wohl bekanntestes Mallorquiner zum Werbeträger des Tourismusverbandes ausgewählt. Nadal wirbt bereits seit Jahren in TV-Spots, in Anzeigenkampagnen auf Mallorca und vielen europäischen Ländern für "seine Insel" als Ferienziel. =================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 16) =================================================== von Elke Menzel
Einmal hatte ich das Vergnügen, Mallorcas berühmtestes Obdachlosenpärchen ganz aus der Nähe zu beobachten. Die Beiden werden hier ganzjährig geduldet, und sogar verschiedene Inselblätter haben schon ausführlich über sie berichtet. Sie saßen schräg vor mir an einem der Tische und ließen sich jeder ein Bier schmecken. Der Mann drehte sich eine Zigarette. Sie wirkten recht gepflegt und hatten wohl gerade geduscht, denn ihr Haar war noch nass und die feuchten Handtücher hingen zum Trocknen ringsum auf dem Gestänge eines großen Gepäckwagens, der ihren gesamten Hausstand trug. Ordentlich gepackt, damit nur ja nichts verrutschen kann, türmten sich Kisten und Plastiktüten auf dem praktischen Gefährt, gekrönt von einem Stapel fein säuberlich gefalteter Decken, auf denen - ich traute meinen Augen kaum - eine gut genährte Perserkatze thronte! Mit dem entspannt-gelangweilten Gesichtsausdruck einer orientalischen Schönheit, leckte sie sich mit halb geschlossenen Lidern ihr dichtes Fell, drehte sich ab und zu von einer Seite auf die andere, und machte kein einziges Mal Anstalten, ihren gemütlichen Aussichtspunkt zu verlassen, ja sie ignorierte sogar das frech um sie herumflatternde Spatzenvolk! Nun, die Drei fühlten sich hier offensichtlich zuhause.
Donnerstag, 21. Mai, Heute ist in Deutschland Himmelfahrtstag. Hier auf Mallorca hat man der gläubig katholischen Bevölkerung den Feiertag schon vor langer Zeit gestrichen, was für uns ein Glück ist, denn Toni und Magu arbeiten. Was denn in Alemania für ein Feiertag wäre? Ach so, "la resurrección de Jesucristo". Da die vom jahrelangen Regen moosgrün gestreiften Wände des ehemaligen Lichtpatios gestrichen werden müssen, nutze ich die Gelegenheit, auch die Feuchtigkeitsflecken im Nebenzimmer, im Treppenhaus und im Wohnraum endlich frisch übermalen zu lassen. Besonders an der alten Originalwand zur Küche, die anno dazumal mit klebrigem Hühnermist verdichtet wurde, haben wir, obwohl sie verputzt ist, schon immer ein nicht uninteressantes Muster. Das habe ich über viele Jahre als antiguo und auténtico beinahe lieben gelernt, vor allem wohl auch deshalb, weil mir Juan, der damals bei den Restaurierungsarbeiten der alten Ruine die Bauaufsicht hatte, mich sogleich auf die dunklen Flecken aufmerksam gemacht hatte und mir "Fische", "Vögel" und "Blumenmuster" zeigte. Da brachte ich es einfach nicht übers Herz, die Wand ein zweites Mal ordentlich verputzen und malen zu lassen, damit man das abstrakte Hühnerkackekunstwerk nicht mehr sieht. Heutzutage gilt ja Ähnliches als ganz große Kunst! Immerhin wollten wir damals, ein dreihundert Jahre altes Haus so authentisch wie möglich erhalten. Ich habe die dunklen Flecken dann nach und nach mit meinen eigenen Bildern zugehängt. Jetzt aber soll alles ordentlich renoviert werden.
Fortsetzung im nächsten Mallorca-Newsletter... Juni 2010 - 2
Hallo Mallorca-Fans,
mit dem Mietwagen durch Mallorca zu streifen gehört zu den traditionellen und meist vergnüglichen Hauptaktivitäten individueller Inselbesucher. Doch das Vergnügen bleibt nicht immer ungetrübt. Jeder, der sich einmal mit dem Leihwagen zu den Hauptverkehrszeiten über die notorisch verstopfte Via Cintura bis in Palmas Zentrum gequält hat, weiß ein Lied davon zu singen. Und selten kommt man dort an, wo man eigentlich aussteigen wollte. Selbst Ortskundige stehen immer wieder vor dem Problem: Wo finde ich einen Parkplatz? Zwar gibt es mittlerweile im Innenstadtbereich eine Reihe von komfortablen Parkhäusern, aber die sind teuer und oft von Dauerparkern belegt. Die weiß umrandeten freien Parkzonen sind absolute Mangelware und nur an Glückstagen gelingt es einem, dort sein Kfz sorgenfrei abzustellen. Häufiger trifft man in Palmas Straßengewirr auf blau markierte Parkstreifen, wo man gegen entsprechenden Münzeinsatz allerdings maximal nur zwei Stunden stehen darf. Gelbe Linien, in welcher Form auch immer, signalisieren Halteverbot. Überschreitungen werden rigoros geahndet, und das kann teuer werden - von 30 Euro bzw. 60 Euro aufwärts. Damit aber nicht genug. Palmas Behörden haben angesichts der desolaten Verkehrssituation beschlossen, nun die Daumenschrauben auch schon bei den kleinen Verkehrssündern weiter anzuziehen. Autos im Halteverbot oder mit ungültigem bzw. gar keinem Parkschein sollen rigoros abgeschleppt werden, was dann nicht nur ärgerlich ist, sondern auch noch richtig ins Geld geht. Was meinen Sie, liebe Leser, sind solche drakonischen Maßnahmen der Verwaltung der richtige Weg, um die Verkehrsprobleme in Mallorcas Hauptstadt in den Griff zu bekommen? Oder sollte die Ferieninsel lieber weitere großzügige Parkplatzangebote als Service für ihre oft an anderer Stelle bereits arg gebeutelten Besucher schaffen?
=================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 15) =================================================== von Elke Menzel
Toni geht in die Mittagspause, nicht ohne Magu zuzurufen, dass er jetzt fahre. Weg ist er. Zwei Minuten später kommt Magu um die Ecke, schaut verzweifelt um sich, sieht, dass Tonis Lieferwagen weg ist, und brabbelt etwas für mich Unverständliches auf Senegalesisch. Ich bringe ihm, wie immer, eine Cola, eine Schale mit gezuckerten Erdbeeren und eine Orange zum schattigen Sitzplatz unter der Steineiche. Als Toni eine knappe Stunde später wieder zurück ist, höre ich von draußen lautes Palavern und Gelächter. Ich höre, dass Toni mit Magus Mittagessen davongefahren war. Der hatte heute Morgen seinen Rucksack, in dem sich unter anderem sein Blechnapf samt Mittagsmahl befand, aus Sicherheitsgründen hinten in Tonis Auto stehen lassen. Der Grund dafür war, dass am Abend zuvor bei Magu zu Hause in der Wohnung in Arenal ein mehr oder weniger geordnetes Ameisenheer aus dem Rucksack wuselte, den er, wie stets, schon morgens in den Baumschatten gestellt hatte. Er hätte ewig gebraucht, bis er Rucksack und Wohnung wieder ameisenfrei hatte. "Mucho trabajo!" Gegen Abend fahre ich zum Flughafen, um meinen Mann abzuholen. Er nutzt den arbeitsfreien Himmelfahrtstag für ein verlängertes Wochenende auf unserer Baustelle. Wahrscheinlich hat er Sehnsucht nach der Katze. Ich bin mal wieder viel zu früh dort, kenne aber in der hintersten Ecke des Flughafens eine nette Lokalität, wo ich angenehm die Wartezeit verbringen und gleichzeitig meinen Hunger mit einem üppig belegten bocadillo stillen kann. Das Lokal hat den typischen Charme einer spanischen Bar - nämlich gar keinen. Dafür bietet es im überdachten Außenbereich einen spektakulären Blick auf das Parkhaus mit seinen abfahrenden Autos und Bussen. Ich setze mich an einen der Tische direkt neben das kleine gepflegte Rasenstück, auf dem zwei herrlich kerzengerade gewachsene Zypressen stehen; dahinter grenzt ein Wasserbecken mit plätschernden Fontänen an. Zwei Reihen von jeweils dreizehn hohen Palmen vervollständigen das Bild. Während ich hungrig die ersten würzigen Oliven verzehre, freue ich mich an dem Getschilpe der hier ansässigen Spatzenkolonie. Lange habe ich nicht mehr so viele auf einmal gesehen! Sie flattern mir vor die Füße, betteln nach Krümeln meines Abendbrots. Die Frechsten und Dicksten fressen den kleinen Scheuen wieder mal alles weg. Kaum ist jemand am Nebentisch aufgestanden, fliegen sie auf den Tisch, picken an den Brotresten und naschen von den übriggelassenen Oliven - vom Aussterben sind die Spatzen hier nicht bedroht! Im Wesentlichen trifft man an diesem gastlichen Platz nur die Mitarbeiter des Flughafens: Stewardessen, Putzfrauen, Piloten und Busfahrer - für sie alle wird täglich ein Mittagsmenü angeboten: primer plato, segundo plato, postre, agua y pan für gerade mal 11,60 Euro. Nur selten verirrt sich ein Urlauber in dieses nette Eckchen - vielleicht auch deshalb nicht, weil hier offensichtlich die Technik der Klimaanlage des gesamten Flughafens installiert sein muss, was einen Höllenlärm macht.
Fortsetzung im nächsten Mallorca-Newsletter... Juni 2010 - 1 Hallo Mallorca-Fans,
nur noch wenige Stunden und das größte Sportereignis des Jahres, die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, wird mit dem ersten Anstoß offiziell starten. Die Befürchtungen, dass ein neues Sommermärchen mit Lahm, Schweinsteiger, Cacau & Co. mehr Zuspruch bei den Deutschen finden wird als der Sommerurlaub am Meer, sind auf Mallorca besonders groß. Dennoch fühlt man sich gerade in den deutschen Touristenhochburgen gut gerüstet und setzt ganz auf das Konzept, welches bereits vor vier Jahren erfolgreich angenommen wurde: Public Viewing in Kneipen und Bars - an der Playa de Palma sogar auf einer riesigen Großbildleinwand. Da man die Generalproben beim Champions League Finale und dem letzten Länderspiel der deutschen Mannschaft durchaus als gelungen bezeichnen kann, bleibt die Hoffnung bei den Betreibern, dass so die Partystimmung direkt vom Strand über die Großbildschirme in den Abend gerettet werden kann. Dieses könnte gerade zum Sommerbeginn, der traditionell auch von Fußballvereinen für die Saisonabschlussfahrt genutzt wird, ein probates Mittel sein. Trotzdem werden erst die nächsten Wochen zeigen, ob der Plan der Wirte und Unterhaltungsprofis aufgehen wird. Und Sie, liebe Leser? Haben Sie Ihren Mallorca-Urlaub in diesem Jahr für die Fußball-WM verschoben und werden erst nach dem Finale auf die Insel reisen? Meiden Sie Mallorca in den nächsten Wochen aus dem Grund bewusst, weil Sie fürchten, der ehemalige "Sauftourismus" wird im WM-Umfeld unerträglich sein? Oder finden Sie es gerade reizvoll, zur WM auf Mallorca mit tausenden Fans gleich welcher Nationalität in entspannter Ferienatmosphäre bei den Spielen mitzufiebern? =================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 14) =================================================== von Elke Menzel
Mittwoch, 20. Mai Es weht ein kräftiger Wind, der unter die Plastikplanen greift, sie heftig ausschüttelt und mir den Staub von gestern in die allerallerletzten Ecken weht! Heute soll viel passieren! Noch vor neun Uhr kommen die Glaser mit zwei dicken Glasplatten, die oben auf dem Dach zwei "Oberlichter" abdecken sollen. Zwischen den Dachziegeln hat nämlich Toni zwei viereckige Mäuerchen gebaut, als Unterbau für die Scheiben. Mit Silikon sollen sie dort festgeklebt werden. Auf meine Frage, ob das denn auch für immer gut halten würde, kriege ich die philosophische Antwort: "Sí, claro - pero hay muchas cosas raras.... - Ja, selbstverständlich, aber es gibt viele seltsame Dinge (zwischen Himmel und Erde)" Frustriert gehe ich in den Garten zum Häckseln! Mucho trabajo!
Gegen Mittag bemerke ich plötzlich, wie aus der Steckdose hinterm Radio, dessen Lautsprecher ein wenig hinter der Plastikplane, die das Bücherregal halbwegs abdeckt, hervorlugt, eine Kompanie Ameisen sprudelt: quetscht sich einfach am Stecker vorbei! Na, toll, ich bin begeistert! Ich liebe diese Viecher, die mir das Landleben versüßen. Normalerweise ist wegen ihnen mein Haushalt penibel sauber. Keks-, Brot- und Zuckergekrümel, von meinem Mann totgeschlagene Fliegen etc. werden von mir strengstens geahndet. Meine Familie und liebe Gäste können ein Lied in mehreren Strophen davon singen. Draußen sind die Ameisen und Artverwandte mir ja egal, doch im Haus bringen sie mich zur Weißglut! Aber momentan habe ich meinen Haushalt nicht im Griff, nicht nur wegen des allgegenwärtigen Baudrecks, sondern auch wegen diverser Krabbeltiere, die durch die Fensterlöcher und die den ganzen Tag offen stehende Haustür hereinspazieren. Abends fege ich regelmäßig etliche Käfer verschiedenster Abstammung zusammen und bringe sie nach draußen. Zweimal waren auch kleine schwarze Skorpione dabei, die vor meinem Besen angriffslustig ihr stachelbewehrtes Hinterteil hochreckten. Es soll sehr schmerzhaft, wenn auch nicht tödlich sein, wenn man von ihnen gestochen wird! Bestimmt liegen irgendwo Fliegenleichen und tote Saftkugler in den Ecken, was die Ameisen sofort spitzgekriegt haben. Fürs Erste stelle ich eine Ameisengiftköderdose vor die Steckdose.
Fortsetzung im nächsten Mallorca-Newsletter... Mai 2010 / 2 ===================================================
Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 13) =================================================== von Elke Menzel
Dienstag, 19. Mai Heute früh finde ich als erstes eine Maus mit Genickbruch in der aufgestellten Falle, die stets im porche auf ihren Einsatz wartet. Unsere zwölf Jahre alte Katze ist der Aufgabe nicht mehr gewachsen. Später lege ich ein Muster aus Eugenios geschenkten Fliesen, damit Toni sie mir richtig auf eine Fensterbank verlegt; einige muss er halbieren, was er mit seiner Lieblingsmaschine, der Trennscheibe, macht. Ihr ohrenbetäubendes Kreischen geht durch Mark und Bein; ich wundere mich, dass meine Katze seelenruhig auf ihrem Stuhl weiterschläft. Da er schon mal dabei ist, kommt mir die Idee, dass in der Garage seit fast zwanzig Jahren noch etliche übriggebliebene Schlafzimmerbodenfliesen liegen - davon könnte er mir doch einige zurechtschneiden und auf das gemauerte Kopfteil über den Betten kleben!? Seit Ewigkeiten liegt dort nämlich locker ein Teakholzbrett, unter dem sich immer der Staub sammelt und der nur selten von mir entfernt wird. Außerdem steht der Wind günstig - die riesige Staubwolke, die alle paar Minuten von der Trennscheibe produziert wird, weht Gott sei Dank nicht zu meiner offenen Haustür, sondern in Richtung der Nachbarn - die werden sich heute besonders freuen! Toni lässt sich nicht lange bitten und fängt gleich damit an. Gut, dass ich ewig alles aufhebe und nichts wegschmeiße! Aus dem Brett kann mein Mann demnächst, wenn er sich mal wieder langweilen sollte, ein schönes Bücherregal basteln - Teak ist nämlich holzwurmresistent!
Für meine leidgeprüften Nachbarn ist heute ein ganz schlechter Tag, denn den Nachmittag werden wieder Wände aufgestemmt - für Steckdosen, Lichtschalter und Lampenanschlüsse. Ich flüchte vor Lärm, Staub, Stein- und Zementbrocken in den Garten zum Häckseln. Während meiner Lieblingsbeschäftigung überlege ich ernsthaft, ob ich für ein paar Tage ins Hotel ziehe: staubfreies Bett, staubfreies Bad, staubfreies Essen! Immerhin könnte ich zwischen zwei gastlichen Unterkünften direkt hier im Ort wählen. Seit kurzem haben wir nämlich ein Hotel mit sieben Zimmern gleich hinter der Kirche, ein zweites direkt hinter Bernardos Bar - allerdings nur mit Frühstück. Aber das würde mir schon reichen, glaube ich. Und ausgebucht sind sie bestimmt nicht.
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Mai 2010 / 1 ==================================================
Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 12) ================================================== von Elke Menzel
Im Hintergrund nimmt das Haus die gesamte Breite des Grundstücks ein. Wir betreten es durch einen vollverglasten porche, der eigentlich ein zusätzlicher Wohnraum ist. Zwischen den Doppelscheiben der Veranda befinden sich Lamellenjalousien, die sich elektrisch verstellen und heben lassen. Dahinter kommen wir in ein geräumiges Wohn-/Esszimmer mit integrierter voll ausgestatteter Küche. Von dort hat man einen Blick durch die Veranda auf den Poolbereich. Auch eine Zisterne ist da. Eugenio zeigt mir zwei Schlafzimmer und ein Badezimmer. Draußen neben dem Pool hat er ein Extrahäuschen mit Dusche, Toilette und diversen Einbaumöbeln erstellt, sodass nach dem Schwimmen niemand klitschnass ins Haus muss. Alles ist mit hochwertigem Material ausgestattet und handwerklich bestens verarbeitet. Die Rohre für eine Zentralheizung sind verlegt, es fehlen nur die Heizkörper. Das ganze Grundstück umgibt eine hohe Mauer, die von außen keinen Einblick gewährt. Eugenio würde gerne direkt an einen Interessenten verkaufen, ohne Makler, was ja den Preis nur unnötig in die Höhe treiben würde, wie er sagt. Vielleicht würde ich ja jemanden kennen, der ein Häuschen auf Mallorca sucht? Wenn also nun Sie, lieber Leser, auf den Geschmack gekommen sind, und in der vorherrschenden Krisenzeit Ihr Erspartes, bevor es ihre Hausbank verjubelt, vielleicht in Grund und Boden sicher anlegen wollen, dann wenden Sie sich doch vertrauensvoll an mich. Ich werde Sie zu Eugenios Wochenendhaus gerne begleiten. Kaum sind wir wieder zurück, soll ich Tomeu, den Elektriker, anrufen. Innerhalb einer halben Stunde ist er da und hat seinen mittlerweile pensionierten Vater im Schlepp. Früher half der Sohn dem Vater - heute ist es umgekehrt. Salvador begrüßt mich und sagt lachend: "Früher habe ich ja zu Hause das Sagen gehabt, inzwischen nicht mehr, denn ich habe sieben! Frauen in meiner Familie: erstens meine eigene, dann meine Tochter, die auch eine Tochter hat, was meine Enkelin ist. Mein Sohn und meine Schwiegertochter haben nun vor Kurzem ein drittes Mädchen bekommen, also weitere drei Enkeltöchter für mich. Bei so viel Weiblichkeit haben wir Männer, Tomeu und ich, überhaupt nichts mehr zu melden!" (Spanien ist auch nicht mehr das, was es einmal war - die machos scheinen heutzutage tatsächlich alle unter dem espandrillo zu stehen!) Vater und Sohn markieren an der Wand die Stellen für die vorgesehenen Steckdosen und Lampenanschlüsse, besprechen mit mir, wie denn nun das Fernsehkabel nach draußen verlegt werden soll und ziehen wieder von dannen. Toni muss erst die Löcher pickern und die Wand aufschlitzten. Der Dreck nimmt kein Ende.
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April 2010 / 2 ===================================================
Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 11) =================================================== von Elke Menzel
Montag, 18. Mai Wie gerne hätte ich heute noch ein bisschen länger geschlafen, doch es ist Montag, Auftakt für eine neue Arbeitswoche. Ich fange den Tag eigentlich gerne geruhsam an, trinke meinen Morgenkaffee normalerweise gemütlich auf der Terrasse, lasse die Träume der Nacht noch einmal Revue passieren, spaziere durch den noch taufeuchten Garten, telefoniere mit meiner Schwester, - - doch schon zwanzig Minuten vor acht Uhr fahren Toni und Magu wieder auf den Hof und beginnen unverzüglich und erbarmungslos damit, immer mehr Dreck und Staub zu machen. Um halb neun kommt Eugenio, sieht nach dem Rechten, sagt den beiden albañiles worauf sie achten sollen und fragt mich dann, ob ich Lust hätte, mitzukommen, er wolle mir sein Wochenendhaus in Santanyí zeigen. Er habe es vor Jahren nach und nach neben dem Haus seiner Schwiegereltern gebaut, bei denen er früher, wenn er eine Baustelle in der Nähe hatte, praktischerweise zum Mittagessen eingeladen wurde. So konnte er sich oftmals den Weg nach Hause bis nach Campos sparen. Seit nun aber sein Schwiegervater verstorben sei, lebe die Schwiegermutter dort allein, allerdings mit zweien seiner Hunde als Beschützer. Seine Frau, die sich zwar mit ihrem Vater, aber nie gut mit ihrer Mutter verstanden habe, ziehe es immer weniger ins Wochenendhaus, auch die erwachsenen Kinder hätten kaum noch Interesse daran. Eugenio will sich deshalb schweren Herzens davon trennen - er sucht einen Käufer. Beim letzten Kreisel am Ortsausgang von Santanyí, Richtung Llombards, biegen wir links in eine ruhige Sackgasse, an deren Ende linkerhand das Haus liegt. Eugenio öffnet mit dem mando automatisch das Tor; gleich dahinter liegt ein Stellplatz für zwei Fahrzeuge; hinter einer halbhohen Mauer weitet sich eine großzügige Terrasse, die einen vier mal acht Meter großen Pool umgibt. Er öffnet eine kleine Tür zum Grundstück seiner Schwiegereltern, damit seine beiden Hunde, die ihn schon kommen gehört haben, zu ihm können. Er wird von der kräftigen Deutschen Schäferhündin stürmisch begrüßt - auch mich berührt sie freundlich und schwanzwedelnd mit der Schnauze, lässt sich streicheln und klopfen. Das dackelähnliche Etwas dahinter ist Fremden gegenüber viel zurückhaltender und bleibt in der zweiten Reihe.
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April 2010 / 1 ===================================================
Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 10) =================================================== von Elke Menzel
Wochenende, 16. und 17. Mai Ach, beinahe hätte ich es vergessen - gleich am ersten Montag unserer Umbauarbeiten hat mir ja Tomeu, der Elektriker, die Kabel der beiden Fernsehantennen auf dem Dach durchtrennt. Die Parabol-Schüssel lehnt seither im Wohnzimmer an der Wand. Eigentlich wollte er sie ein paar Tage später, am Donnerstag vor gut zwei Wochen, an einer anderen Außenwand wieder installieren. Aber die Kabel führen genau durch die Baustelle und sind total im Wege. Nun habe ich also schon seit über zwei Wochen kein Fernsehprogramm: keine Nachrichtenschreckensmeldungen, keine Schweinegrippepandemieankündigung (Mallorca hat bislang noch keinen einzigen Grippekranken aufzuweisen), kein Sonntagskrimi, keine einzige Seifenoper! Ich lausche also stattdessen dem abendlichen Vogelkonzert, höre die letzten Flötentöne der Amselmutter, die ihr Nestjunges im Echium, dem nicht nur auf den Kanarischen Inseln, sondern auch in meinem Garten weit verbreiteten Natternkopf, in den Schlaf singt, höre das schläfrige Gurren der Tauben, bin entzückt über die immer lauter werdenden Koloraturen der Nachtigall, die sich im Johannisbrotbaum unsichtbar macht. In der Nähe bellen Hunde, von Ferne schreit ein Esel. Eine Maus flitzt durstig zur Vogeltränke auf dem Mäuerchen - dort nimmt gerade die Mönchsgrasmücke ein letztes Bad. Ein Wiesel wieselt vorbei - wenn die Maus auf dem Rückweg sein wird, wird sie zu seiner Beute werden. Zwei kleine Hasen mümmeln an halb vertrockneten Grashalmen; mit großen Kinderaugen schauen sie mich an. Ich beobachte die Geckos, die aus ihren Mauerverstecken hervorhuschen und den trunkenen Tanz der Fledermäuse in der Dämmerung, die fahlviolett von Osten herangleitet. Ich sehe, wie sich die rote Sonnenscheibe verschämt einen dunstigen Wolkenschleier übers Gesicht zieht - scheinbar untröstlich, dass sie das Terrain gleich dem Nachtgestirn überlassen muss, wie die vom Alter und der Zeit grau gewordenen Steinmauern im letzten Licht rosagold erglühen. Die Lichter im nahen Ort gehen eines nach dem anderen an. Ich höre die Melodie des Windes, wie er täglich virtuos auf einem anderen Instrument spielt: manchmal pfeift und orgelt er in den Dachrinnen und Regenrohren, klappert wie mit hundert Kastagnetten über die Ziegel, geigt mit feinem Bogenstrich ein Flageolett auf den Stromleitungen, die die Felder überspannen, bläst mit kräftigen Posaunenstößen nach Honig duftende Ginsterblüten vor meine Haustür. Gestern trommelte der Regen ein lebhaftes Tremolo auf dem Dach. Ich höre, wenn ich ganz leise bin, was sich die uralten wilden Olivenbäume zuflüstern. Was sie schon alles erlebt haben! Die nachtaktiven Triele, die "Schreivögel", rufen ihr schrilles "schäbälliiii, schäbälliiiii...", und kehlig raunzende Katzen ziehen hungrig ihre Kreise immer enger ums Haus. Die Nacht ist ihr Verbündeter, keine Ratte vor ihnen sicher, mein Garten ihr Tatort. Statt "Lindenstraße" schaue ich in die Milchstraße, erkenne Orion und den großen Wagen, finde Kassiopeia, den Polarstern, das Himmels-W - - um Himmels Willen!, die Nonnenserie hätte ich doch zu gerne gesehen!
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März 2010 / 2 =================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 9) =================================================== von Elke Menzel
Mittwoch, 13. Mai Der Wetterbericht für Mallorca ist eine Farce. Für heute haben sie schwere Regenfälle angesagt; Toni und Magu wollen, als sie um acht Uhr hier auf den Hof fahren, eigentlich gleich wieder nach Hause. Der Himmel ist grau bedeckt, es ist warm und schwül. So gegen neun fallen dann auch so zwei bis drei Tropfen auf den Quadratmeter, das war's. Leider müssen die Beiden also ihren gewohnten 8-Stundentag durchziehen. Toni verbringt ihn weitgehend auf dem Dach, um es mit Ziegeln einzudecken. Magu läuft wie immer mindestens 197 Mal unermüdlich durchs Haus, die Treppen hoch bis nach oben und schleppt Ziegel. Zwischendurch lässt er die Zementmischmaschine rotieren, schaufelt die graue Pampe in eine Schubkarre, schiebt sie ums Haus herum nach hinten, füllt Eimer damit voll und zieht sie einzeln, mittels eines Flaschenzugs, der oben am Gerüst befestigt ist, zu Toni aufs Dach. Dabei lächelt er ständig wie der Dalai Lama. Mucho trabajo! Toni bleibt wieder über Mittag hier und lässt sich heute seinen mitgebrachten Bohneneintopf von mir aufwärmen. Magu, der sich vor dem Essen jedes Mal Gesicht und Hände in einer mit Wasser gefüllten Tonne wäscht, isst seinen Reis mit Lammfleisch lieber kalt.
Donnerstag, 14. Mai Schon um halb acht sind Toni und Magu hier und beginnen unverzüglich mit der Arbeit. Heute soll das Dach fertig werden! Es gelingt ihnen nicht ganz, denn es pieselt den ganzen Tag, was das Gerüst und die Laufplanken rutschig werden lässt. Mañana ist auch noch ein Tag!
Freitag, 15. Mai In der Nacht hat es 12 Liter auf den Quadratmeter geregnet, was ich an meinem pluviómetro, dem inseltypischen Plastikmessgerät, das jeder anständige Mallorquiner an der freizugänglichsten Stelle in seinem Garten aufgestellt hat, genau ablesen kann. Mein gestern noch zementgepuderter Garten ist frisch gewaschen und Myriaden, wie hochkarätige Diamanten glitzernde Regentropfen funkeln in der Morgensonne. Ein Wiedehopf-Pärchen pickt einträchtig Insekten aus dem Stamm einer Palme. Toni beginnt singend sein Tagwerk, Magu schlurft lächelnd hinter ihm her. Heute soll die letzte Linie tejas unser Dach abdichten. Wie in grauer Vorzeit von den Arabern erfunden und von ihnen vor über tausend Jahren auf Mallorca eingeführt, liegen "Mönch" und "Nonne" in inniger Umarmung - eine drunter, eine(r) drüber - auf unserem neuen Dach. Nun kann es ruhig regnen. Toni und Magu müssen, wie so oft, auch morgen am Samstag arbeiten. Da Tonis Frau berufstätig ist, hilft er viel im Haushalt und bügelt auch seine Hemden. Die machos werden auch immer weniger! Nur am Sonntag tut er nichts - absolut nichts, wie er mir erzählt.
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März 2010 / 1
=================================================== Leben auf Mallorca: Mucho trabajo (Teil 8) =================================================== von Elke Menzel
Toni bleibt heute über Mittag hier und leistet Magu unter der Steineiche Gesellschaft. Seine Frau hat ihm kalte Spaghetti mit Hackfleischsauce mitgegeben. Toni sagt, er liebe kalte Spaghetti. Er sagt natürlich "espaguetis", weil Spanier kein "s" ohne "e" davor aussprechen können, was der sprachinteressierte Leser auch sehr gut an den Vokabeln España, escalera, estrella, esponga, escuela, especial, espíritu, estación und estudiante erkennen kann. Wir haben vor Jahren einmal unseren Freund Mateo das deutsche Wort "Sternschnuppe" aussprechen lassen: "Eschterneschnuppe" kam natürlich dabei heraus! Nach seinem fulminanten Mittagsmahl - selbstverständlich bekommt auch Toni eine Cola und Obst - holt er sich eine der großen Pappen, die einmal zu einer Kühlschrankverpackung gehörten und bei meinen Nachbarn drei Tage lang als Fliesenbodenschutz dienten, weil sie auch Handwerker hatten, die mit dreckigen Schuhen durchs Haus mussten. Sie meinten es sicher gut mit mir, sparten sich aber damit auch den Weg zum punt vert, um sie zu entsorgen. Toni legt sich nun der Länge nach darauf, bedeckt den Kopf mit seinem ausgezogenen T-Shirt und hält eine halbe Stunde siesta. Heute schafft ihn die Hitze und die Zementiererei in unbequemster Haltung auf dem Dach. Es ist warm, der Himmel ist verhangen, es dräut Regen. Der Zement muss aufs Dach, deshalb kommt nach der Mittagspause Magus großer Bruder zum Helfen. Er ist genauso ebenholzschwarz und heißt Papasau (ich habe es mir buchstabieren lassen!), was im Senegal sicherlich ein hübscher Name ist; seine Eltern werden sich bestimmt etwas dabei gedacht haben - vielleicht heißt er ja nach seinem Vater? Ich überlasse den Dreien das Feld und gehe zum Frisör. Zu Francisca. Zu ihr gehe ich schon seit Jahren, denn sie schneidet hervorragend. Udo Walz ist ein Waisenknabe dagegen! Ihr Salon ist ein Zweifrauenbetrieb: ihre Schwester wäscht, mit gichtig-knotigen Fingern, sie schneidet und frisiert, die Schwester kassiert. Das Dumme ist nur, sie schneidet meistens zuviel ab, wie alle Friseure auf der Welt, wenn sie erst einmal die Schere in der Hand halten. Beim letzten Mal sah ich aus wie das 'artige Karlchen'! Wie jedes Mal, so habe ich ihr auch diesmal gesagt, dass sie mir bitte nur die Spitzen, los puntos, schneiden soll, allerhöchstens einen Zentimeter. Sie bestätigt mir: allerhöchstens einen Finger breit. Vertrauensvoll schließe ich die Augen, entspanne, vergesse die Handwerker und den Dreck zu Hause und lasse sie arbeiten. Zwischendurch kommt eine Kundin herein, die Franziska einen mit höchst komplizierter Lochstickerei verzierten Tischläufer zeigt, den ihr eine Frau in Cas Concos für nur 90,- Euro angefertigt hat. Nein, nicht mit der Hand, a máquina! Auch ich muss die Arbeit bewundern, bekomme, während Francisca weiter an mir herumschnippelt noch diverse Mustervorlagen gezeigt, die ich allesamt gebührend würdige und mich dabei sprachlos zeige vor so viel Können. Francisca lässt sich, im Gegensatz zu mir, nicht weiter ablenken. Mit professioneller Geschwindigkeit kämmt und schneidet sie meine Schnittlauchlocken, schmiert mir eine Kur in die Haare, Haarfestiger sowieso, föhnt und formt gekonnt meine Frisur, was seine Zeit dauert, und, was soll ich sagen, - es sind wieder drei Zentimeter zu viel ab! Ich muss mir beim nächsten Mal unbedingt ihre Fingerbreite genauer ansehen. Haarspray? Nein, danke, das brauche ich zur Zeit nicht. Der Zementstaub zu Hause in Verbindung mit Mallorcas hoher Luftfeuchtigkeit wird völlig genügen, um meine Frisur die nächsten Tage wie festzementiert zusammenhalten! Sie selbst trägt heute einen interessanten asymmetrischen Kurzhaarschnitt mit dreierlei gefärbten Haarsträhnen darin, den sie sich heute Morgen um neun, als es mir noch zu früh war, selbst verpasst hat. Zum Abschied schenkt sie mir ein Fläschchen Haarstrukturverbesserer!
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